Dialog & Partizipation

Nachhaltiger Tourismus lässt sich nur im Einklang mit den Interessen der lokalen Bevölkerung, den Leistungspartner und anderen Akteuren vor Ort entwickeln. Denn Tourismus verändert Gesellschaften und Lebensräume und beeinflusst zum Beispiel soziale Dynamiken, Infrastruktur und Preise. Deshalb suchen wir regelmäßig den Austausch mit den Menschen und unseren Partnern in den Reisezielen, hören ihnen zu und entwickeln bei Dialogforen, Nachhaltigkeitsworkshops und in sog. Impact Assessments gemeinsam Lösungen.

Dialogforen

Seit 1998 organisiert Studiosus Dialogforen in den von Studiosus bereisten Destinationen. Bei Dialogforen diskutieren wir gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Behörden, Hotels, Naturschutzorganisationen, Reiseleitenden und weiteren lokalen Akteuren über aktuelle Herausforderungen und erarbeiten konkrete Maßnahmen. Insgesamt hat Studiosus seit Beginn dieser Initiative zahlreiche Dialogforen durchgeführt – von Albanien über Indien bis Tansania.

Dialogforum mit den Maasai in Tansania

Drei Bilder von einem Dialogforum mit den Maasai in Tansania, eine Landschaft, eine Nahaufnahme einer Hand und die Teilnehmer des Dialogforums.
Dialogforum mit den Maasai in Tansania

In Tansania bringen zunehmende Landrechtskonflikte, Ressourcendruck und Tourismusentwicklung die traditionelle, halbnomadische Lebensweise der Maasai immer mehr in Bedrängnis. Da Studiosus seit vielen Jahren Begegnungen in Maasai-Dörfern anbietet, haben wir Anfang 2025 ein Dialogforum mit Maasai-Gemeinschaften organisiert und dabei auch Gespräche mit Rangern und Naturschutzbehörden geführt.

m Mittelpunkt des Dialogforums stand ein offener und lernbereiter Austausch auf Augenhöhe. In den Gesprächen erhielten wir wertvolle Einblicke und entwickelten gemeinsam einen aktuellen Verhaltenskodex, um Begegnungen für beide Seiten noch sinnvoller und bereichernder zu gestalten und bleiben weiterhin im Austausch mit den Gemeinschaften und Partnern vor Ort.

Nachhaltigkeitsworkshops

Ein weiterer Ansatz sind Nachhaltigkeitsworkshops, die Studiosus in den Reiseländern gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort durchführt, etwa mit Hotels, Agenturen und Transportunternehmen. Im Fokus stehen dabei unter anderem Themen wie Menschenrechte, Natur- und Umweltschutz sowie der Schutz und die Rechte von Kindern.

Nachhaltigkeitsworkshops in Usbekistan und Kirgistan

Im Frühjahr 2026 führte Studiosus in Usbekistan und Kirgistan Nachhaltigkeitsworkshops mit Partnern aus dem Tourismus durch. Ziel war es, aktuelle Nachhaltigkeitsherausforderungen zu identifizieren und konkrete Maßnahmen für eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Tourismus zu erarbeiten.

Workshop in Usbekistan

Die Teilnehmer eines Workshops in Usbekistan halten bunte Tafeln in den Händen.
Nachhaltigkeitsworkshop in Usbekistan

In Usbekistan stand ein Nachhaltigkeitsworkshop mit Agenturen, Hotels und Transport-Partnern auf der Agenda. Zusammen wurden praxisnahe Maßnahmen jeweils für Hotels, Agenturen und Transportunternehmen definiert. Dazu zählen zum Beispiel Wasserspar-Möglichkeiten im Hotelmanagement und der Einkauf lokaler Produkte mit weniger Verpackung.

Workshop in Kirgistan

Ein Gruppenbild draußen in der Sonne mit den Teilnehmern eines Workshops.
Nachhaltigkeitsworkshop in Kirgistan

In Kirgistan hat Studiosus einen Nachhaltigkeitsworkshop mit einem örtlichen Agenturpartner durchgeführt. Gemeinsam wurde ein Management-Tool und strategisches Leitbild erarbeitet, nach dem die Agentur künftig ihre Arbeit ausrichten wird. Darin sind verschiedene Nachhaltigkeitsgrundsätze festgehalten, wie zum Beispiel die Stärkung der lokalen Wertschöpfung, der Einsatz für Menschenrechte und Umweltschutz sowie die Schaffung von Begegnungen mit Einheimischen auf Augenhöhe während unserer Reisen in Kirgistan. Im Fokus des Tools steht der direkte Mehrwert für die Menschen vor Ort, was gleichzeitig die Akzeptanz für den Tourismus nachhaltig stärkt.

Impact Assessments

Neben Dialogforen und Nachhaltigkeitsworkshops setzt Studiosus bei seinem Nachhaltigkeitsengagement auf sog. Impact Assessments. Dabei geht es untern anderem darum, vorab wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen unserer Reisen abzuschätzen. So hat Studiosus vor der Wiederaufnahme von Reisen nach Saudi-Arabien bei einem Impact Assessment 2024 die geplanten Reiserouten vor Ort genau unter die Lupe genommen und Gespräche mit mehr als 100 Leistungspartnern und lokalen Stakeholder geführt. Weitere Impact Assessments fanden in Südafrika mit dem Roundtable Human Rights in Tourism statt sowie 2026 in Marokko.

Impact Assessment in Marokko

Vier Bilder mit den Teilnehmern des Impact Assessment in Marokko.
Impressionen aus dem Impact Assessment in Marokko

Im Sommer 2026 führte Studiosus gemeinsam mit der Studiosus-Tochter Hauser Exkursionen ein Impact Assessment entlang der touristischen Wertschöpfungskette in Marokko durch. Einen Schwerpunkt bildet die Frage, wie sich die Reisen auf Menschen, Umwelt und lokale Strukturen auswirken. Dazu wurden unterschiedliche Perspektiven vor Ort einbezogen, mögliche Risiken und Handlungsfelder betrachtet und Ansatzpunkte für die weitere Zusammenarbeit mit den Partnern identifiziert

Dazu hat ein Projektteam von Studiosus und Hauser Exkursionen insgesamt 33 Interviews mit Hotels, Transportunternehmen, Agenturen und Menschen vor Ort zu allen relevanten Nachhaltigkeitsthemen geführt. Im Mittelpunkt standen Themen wie Arbeitsbedingungen, Kinderschutz, lokale Wertschöpfung und der verantwortungsvolle Umgang mit Wasserressourcen. Ziel war heraufzufinden, wie konkrete Verbesserungen erreicht werden können.